Meine Reise mit der Nationalmannschaft nach Cheboksary und zurück

Die Anreise nach Cheboksary erfolgte am Donnerstag (18.06.) bereits um 6:15Uhr vom Friedrichshafener Flughafen via Frankfurt. In Frankfurt trafen sich unser gesamtes Team (Athleten, Betreuer, Physios, Ärzte und die Mannschaftsleitung) und dann ging es gemeinsam voller Vorfreude zur Team-EM nach Russland.
Nach der Ankunft im Team Hotel, welches sich direkt gegenüber dem Stadion befand, machten wir Läufer erstmal ein kleines lockeres Läufchen, um uns die Beine der 4 stündigen Flugreise zu vertreten. Nach dem Abendessen ging es früh ins Bett, da die Anreise mit 11 Stunden eine recht lange und anstrengende war.

Am Freitag war die erste Teamsitzung und wir schworen uns gemeinsam auf den zwei Tages Wettkampf ein. Die Stimmung im Team war super und man merkte, dass jeder im Team sein Bestes für die Mannschaft geben wird. Die Delegationsleitung motivierte uns, mit einem anschaulichen Video der letzten Team-EM und manch netter Anekdote.

Am ersten Wettkampftag, Samstag den 20.06., war das Wetter mit über 30° und böigem Wind für die Athleten eine harte Angelegenheiten. So entwickelten sich bei den Läufen viele taktischen Rennen, die erst ganz zum Schluss entschieden wurden. Am Ende des ersten Wettkampftages lag unsere Mannschaft knapp an zweiter Stelle, nur 5 Punkte hinter Russland, und man merkte richtig, wie alle Athleten, die am zweiten Tag dran sind, motiviert waren, alles zu geben, um den EM-Titel zu verteidigen.

Am Sonntag war dann mein 3.000m Rennen. Dies war die erste Entscheidung des Tages, bei denen die Punkte vergeben wurden. Der Lauf entwickelte sich, wie gedacht, sehr ruhig und ich sortierte mich zunächst im Mittelfeld ein, um mich vor dem Wind zu verstecken. Aber als es auf die letzten 3 Runden ging, war ich vorne dabei, um jeden Angriff mitgehen zu können. Die erste 1.000m passierten wir in gemütlichen 3:13min, darauf folgte eine 2:55min auf den zweiten Kilometer, damit war klar, dass es eine schnelle letzte Runde geben wird. Die Attacke erfolgte 450m vor Schluss von dem aus Russland startenden Athleten und ich heftete mich direkt hinten dran. 200m vor dem Ziel, legte ich alles in meinen Spurt, ging an die Spitze des Feldes und gab diese Führung auch bis ins Ziel nicht mehr ab. Die letzten 1000m lief ich in knapp unter 2:26 mit einer 53er Schlussrunde. Damit füllte ich das Punktekonto von Deutschland mit 12Punkten ordentlich auf.

Auch wenn es am Ende für uns nicht ganz zur Titelverteidigung reichte, waren wir mit unserem Silberrang sehr zufrieden und klangen den Abend am finalen Bankett mit Interessanten Gesprächen und guter Musik aus.