Höhentrainingslager Dullstroom (Südafrika) 2.000m ü.M.

Ende Oktober bis Anfang November absolvierte ich mit einer Läufergruppe des DLV ein dreiwöchiges Trainingslager in Südafrika. Dieses war erst mein zweites Höhentrainingslager - nachdem ich letztes Jahr mit meinem Trainingspartner Martin in Flagstaff trainiert hatte, war ich diesmal mit einer großen Laufgruppe unterwegs war. Die Gruppe umfasste 10 Athletinnen, 8 Athleten, 6 Trainer, 2 Trainingswissenschaftler und - ganz wichtig - eine Physiotherapeutin.

 

Zu den klassischen Untersuchungen wurden einige Blutwerte zur Steuerung unseres Trainings erhoben:

* CK – Creatin Kinase

* Hä – Harnstoff, Harnsäure

Diese beiden Werte wurden täglich um 7:00 Uhr nach dem Aufstehen anhand von Blut aus dem Ohrläppchen gemessen. Wichtiger Wert um Überlastungen rechtzeitig vorzubeugen ist bei Läufern der Laktatwert, der meist während eines Tempo-Programms oder nach schnellen Dauerläufen genommen wird. Mittels Laktatabnahme wird überprüft, ob zu hart oder zu locker trainiert wird.

Diese Werte werden ausgewertet, um das Training besser steuern zu können. Also entweder den Athleten ruhiger oder intensiver laufen zu lassen. Gerade in der Höhe ist das sehr wichtig, weil der Körper mit der Umstellung, gerade zu Beginn des Trainingslagers, erst zurechtkommen muss.

Ich hatte allerdings dieses Mal das Gefühl, dass bei mir keine allzu große Anpassung stattgefunden hat, und es fühlte sich ähnlich an wie zu Hause zu trainieren; wie die Werte mir dann auch bestätigten.

 

Erste Trainingswoche: 23.10.- 29.10.2017 (132km)

Die Anreise per Flieger erfolgte bei mir Montagnacht (von Zürich) um 23Uhr, sodass ich nach 10h Flugzeit, um 9Uhr morgens in Johannesburg ankam. Das gute beim Trainingslager hier in Südafrika ist, dass es zu keiner Zeitumstellung ggü. der deutschen Zeit kommt.

Die ersten Tage gestaltete ich ruhig, um reinzukommen und den Körper mit der Höhe zurecht kommen zu lassen. Am dritten Tag sind wir noch eine kleine Tour wandern gewesen, aber danach fing das Training dann auch richtig an.

Die Einheiten waren folgendermaßen gegliedert: Kraft, Schnelligkeit (Sprint), Tempoläufe (GA2-Läufe), langer Dauerlauf und zwischendrin die Dauerläufe von 4:30-3:40min/km sowie technische, gymnastische und athletische Bausteine.

 

Zweite Trainingswoche: 30.10.- 05.11.2017 (184km)

Diese Woche war die Umfanghöchste bei mir. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit den anderen Athleten zu trainieren. Beispielsweise bin ich die ersten Bergläufe noch mit Konstanze Klosterhalfen gelaufen oder habe die langen Dauerläufe mit Sabrina Mockenhaupt absolviert. Was für mich ein wirklicher Mehrwert war, dass ein paar belgische Athleten, wie Isaac Kimeli (U-23 Europameister im Cross) auch dort im Trainingslager waren. Mit ihnen bin ich z.B. meine Tempoläufe gelaufen.

 

Dritte Trainingswoche: 06.11.- 12.11.2017 (165km)

Diese Woche fing gleich gut an. Fünf Einheiten standen an, die es echt in sich hatten. Erst Tempoläufe, dann Krafttraining, ein langer Lauf vor dem Frühstück, Sprinttraining und 11x1km GA2 Läufe. Am Donnerstag dann der erste und einzige Tag Pause, wo ich mich mal ausruhen konnte. An diesem freien Tag, haben wir uns den Blyde Canyon angeschaut, welcher zu den größten der Welt gehört.

 

Letzten Tage: 13.11.-15.11.2017 Vorbereitung Crosslauf Salzburg

Hier hieß es einfach noch ruhig laufen und sich so langsam auf den Heimweg vorbereiten, denn ich will auch gleich 3 Tage nach dem Höhentrainingslager einen Wettkampf laufen, um zu testen wie es sich anfühlt. Dies ist insofern bedeutsam, da man in der unmittelbaren Rückkehr zuerst einen starken Umstellungseffekt spürt, der sich in den darauffolgenden Tagen nochmals verändern kann – im positiven, wie auch im negativen Sinne, je nach dem wie man auf das Höhentraining reagierte. Aus diesem Grunde werde ich bei meinem Hausarzt noch ein großes Blutbild machen um die Veränderung meiner Blutwerte auch ärztlich zu kontrollieren.  

 

Allgemeines über das Trainingslager

Ich muss sagen, dass es mir in Dullstroom sehr gut gefällt. Mein zweites Trainingslager in der Höhe war sehr vielversprechend und ich bin bereits gespannt, wie die Wettkämpfe danach laufen. Ich habe ein gutes Gefühl.

Die Anreise war viel entspannter, als beispielsweise nach Amerika (Flagstaff, erstes Höhenlager 2016) und auch das Klima hat mir besser getan. Angenehm ist natürlich auch, dass es zu keinem Jetlag kommt, da die Uhren nicht umgestellt werden müssen.

 

Viele Grüße von der Abreise aus Dullstroom

 

Euer Läufer vom Bodensee