Die Sommersaison ist in vollem Gange und die ersten Rennen sind gut absolviert – wobei eine gute Vorbereitung notwendig war!

Bevor die ersten Wettkämpfe der Bahnsaison allerdings starteten, habe ich mich mit meiner Laufgruppe des VFB-LC-Friedrichshafen im Ostertrainingslager auf diese gut vorbereitet.

Ein zweiwöchiger Aufenthalt auf der Ostseeinsel Usedom steht traditionell auf dem Plan. Der weitläufige Wald, die frische Meeresluft und eine Menge an Kaderathleten machen dort das Training einfacher als zu Hause alleine seine Runden zu drehen.

Nach diesem Trainingslager dauerte es nicht lange bis zum ersten Wettkampf. In Stanford, Palo Alto oder auch Silicon Valley genannt, wollte ich am 5.Mai mit den 10.000m in die Saison starten.
Mit großen Ansprüchen habe ich die weite Reise in die Staaten angetreten, um die WM Norm von 27:45min anzugreifen.
Leider lief das Rennen nicht wie gewünscht. Es stellte sich als sehr unrhythmisch heraus und dass der Tempomacher schon bei km 2 ausstieg (er hatte interessanterweise bereits vor dem 10er am gleichen Tag einen Wettkampf bestritten) fand ich sehr enttäuschend für so ein namhaftes - und von den Ergebnissen der letzten Jahre - sehr gutes Meeting. Hinzu kam ein fast stürmischer Wind, den ich als teils Führender gut zu spüren bekam, was aber nicht das entscheidende Kriterium sein konnte, warum es mit meinem Ziel nicht klappte.
Am Ende wurde ich in dem hochklassigen Feld 10ter mit persönlicher Bestzeit von 28:05,96 (23sek schneller als zuvor).

Mein Wettkampfrhythmus bis zu den Deutschen Meisterschaften in Erfurt war es sodann, „nur“ alle drei Wochen ein Rennen zu bestreiten, da der Körper auf der Langstrecke (5.000m/10.000m) mehr Zeit zur Regeneration braucht. So kann ich mich dann auch wieder richtig ins Training stürzen und bin mental wieder motivierter alles aus mir herauszuholen.

Mein nächster Wettkampf am 27.05. in Oordegem war ein Rennen über 5.000m. Zu diesem Meeting habe ich noch sehr gute Erinnerungen der Jahre 2013 und 2014, als ich jeweils 13:27 min gelaufen bin. Mein Ziel hier war es, die WM-Norm von 13:22,60 min zu unterbieten, was ich dann als 4ter des Gesamteinlaufes mit 13:20.05 auch bestätigte!
Meine Zwischenzeiten hierfür: 2:42/5:23/8:04/10:44/13:20. Ich lief ein bisschen „mein eigenes Rennen“, hab mich nicht auf die erste schnelle Runde eingelassen, sondern schob mich Runde für Runde weiter nach vorne. Meine konstanten Runden waren wichtig für diesen Erfolg. Diese Runden konnte ich nur laufen, weil meine Freundin Nada Pauer jede Rundenzeit von außen reinschrie, sodass ich immer genau wusste wie schnell ich bin. Ein bisschen zu schnell angehen kann einem am Ende mehr Sekunden kosten als diese zu Beginn gut machen. Deshalb ist es so wichtig eine Person zu haben, die einen betreut.

Nach diesem Erfolg wusste ich, dass ich mit der WM in London schon mal sicher planen kann und konnte mich nochmals auf ein Rennen über die 10.000m vorbereiten.

In Leiden, einem Vorort Amsterdams, wurden immer gute Zeiten erzielt und auch ich nahm den Weg auf mich, um am 17. Juni nochmal die WM Norm über die längste Bahnstrecke anzugreifen.
Leider hatte ich bereits in der ersten Runde den Anschluss zur afrikanischen Spitze verloren, die in 62 Sek. davon stürmten. Ich hatte mich an die Tempomacher gehalten, die den Job bis 3.000m auch souverän gestalteten. Nach 3.500m lief ich ca. 4 Runden vorne, und versuchte die Lücke zur Spitzengruppe zu verkleinern. Bei 5.000m und einer Zwischenzeit von 13:59 Sek. war ich auch nur 6 Sek. hinten der Spitze, aber die Führungsarbeit hatte da bereits Kraft gekostet und so hatte ich keine Chance mehr auf eine neue Bestzeit, geschweige denn der WM-Norm.
Zwischenzeitlich bin ich 3min den Kilometer gelaufen, wobei ich mich beim letzten Kilometer nochmal zusammengerissen habe und diesen in 2:42min absolvierte. Die Endzeit mit 28:28,14min war aber dennoch meine Zweitschnellste meiner Karriere.

Das Rennen in Leiden war auch der Grund nicht bei der Team-Europameisterschaft zu starten, da dieses nur eine Woche vor der Team-EM lag. Es ergab für mich wenig Sinn nach einer Woche wieder einen Wettkampf zu laufen, da ich mental und körperlich nach einem 10.000m Lauf nicht schon wieder hätte rennen können.

Stattdessen entschied ich mich aber ein Trainingslager in Oberhof, bei einem vom DLV organisierten Lehrgang im schönen Thüringer Wald zu absolvieren. Dies war mir wichtig, um nochmal Kraft zu tanken und um mich auf die Deutsche Meisterschaft mit vielen Kaderathleten vorzubereiten. Hauptaugenmerk lag hier auf Sprint, Sprung und Krafteinheiten, die ich nun für die 5.000m vermehrt brauche.