Die Hallensaison 2017 – Als Krönung eine EM Medaille

6 Wettkämpfe – Ba-Wü-Titel, Deutscher Meister & Bronze bei der Hallen-EM

22.01.2017: 800m St. Gallen

Dieser Wettkampf galt als Auftaktrennen, allerdings kam ich mit diesem „Auftakt“ etwas schwer zu recht. Eine Woche nach dem Trainingslager in Monte Gordo war ich doch noch muskulär etwas müde und so ging es für mich nur darum, das Rennen schnell wieder abzuhaken. Die Zeit von 1:55min selbst war nämlich nicht besonders schnell.

28.01.2017: 1.500m Sindelfingen – BaWü MS
Aufgrund des schweren Wettkampfbeginns in St. Gallen habe ich mich kurzfristig für einen Start bei den Landesmeisterschaften entschieden, um besser mit dem Hallenboden und der Geschwindigkeit zurecht zu kommen.
Die ersten 1.000m bin ich von vorne in ca. 2:33min angelaufen und wurde dann von Stefan Hettich (später 3. DM 1.500m in Leipzig) kurzfristig mit der Tempoarbeit abgelöst. In der letzten Runde konnte ich nochmal Gas geben und gewann das Rennen vor Marcel Fehr und eben Stefan Hettich in 3:45,98min und wurde damit Baden-Württembergischer Meister. Dieses Rennen hat mir gezeigt, dass ich gut für den 3.000m Qualilauf in Düsseldorf vorbereitet war und St. Gallen für die Form ob der knappen Regenerationszeit noch nicht repräsentativ war.

01.02.2017: 3.000m Düsseldorf – Die Norm
Die Zeit die es zu unterbieten galt war 7:55min. Das war mein Minimalziel. Die Qualifikation für die Europameisterschaften musste abgehakt werden. Nach dem Lauf war ich froh diese auch gleich auf Anhieb mit 7:53,56min geschafft zu haben. Es war aber kein leichtes Rennen. Die ersten 400m waren etwas schnell mit 60sek und danach lief es nicht mehr so rund und ich tat mir von Runde zu Runde schwerer. Bereits nach ca. 1.200m lief ich quasi „mein eigenes Rennen“ auf Position vier und versuchte glatte 32er Runden zu laufen. Bei 1.500m standen 3:55min zu buche, was auf eine Zeit unter der Quali deutete. Diese erreichte ich schlussendlich auch, zwar knapper als mir lieb war, aber mit der Norm für die Hallen-EM in der Tasche war mein Tagewerk vollbracht und ich damit zufrieden.

18.02.2017: 3.000m Leipzig – Hallen-DM
Deutsche Meisterschaften sind immer etwas Besonderes. Die Startliste zeigte bereits, was für Qualität in diesem Wettkampf sein wird. Mit Martin Sperlich, Timo Benitz, Florian Orth und Marcel Fehr waren wirklich die Besten am Start.
Zu Beginn des Rennens sortierte ich mich erstmal hinten im Feld ein. Mit 9 Startern kann man schnell nach vorne die Lücke zulaufen, falls ein Antritt im Rennen von einem meiner Konkurrenten käme. Wir passierten den ersten Kilometer in 2:43min, für ein Meisterschaftsrennen ganz ordentlich, den zweiten Kilometer dann ein Stücken langsamer in 2:47min. Nun lag es an mir, dem Rennen meinen Stempel aufzudrücken und die starken Mittelstreckler abzuhängen.
So entschied ich mich 5 Runden vor Ende des Rennens nach vorne zu gehen und das Tempo kontinuierlich von Runde zu Runde zu steigern. Dabei lief ich die letzten 800m in 1:56,05min. Auf der letzten Runde mit 26,36sek konnte mir niemand mehr folgen und so ging die Taktik, das Rennen am letzten KM von vorne zu gestalten, auf und ich konnte den Deutschen Hallentitel über 3.000m gewinnen.

03.03.2017: 3.000m Belgrad – Vorlauf Hallen-EM
Das Ziel war klar: Von 23 Startern kommen die besten 12 ins Finale. Die ersten vier kommen dabei sicher ins Finale und zusätzlich vier Zeitschnellste der beiden Vorläufe. Ich wurde dem zweiten Vorlauf zugelost und somit war vor Beginn meines Rennens klar was die Taktik für das Finale sein musste. Den ersten Vorlauf konnten wir nämlich direkt am Rand der Strecke mit verfolgen. Wir wussten daher, dass für die ersten 5 Läufer eine Zeit unter 8min das Ziel war, um für das Finale planen zu können.
Im Gegensatz zum ersten Vorlauf, wo sich das Feld wie eine Perlenkette aufreihte, da vorne ein Türke für das Tempo sorgte, ging es in unserem Vorlauf sehr ruppig zu und es ist ständig zu Positionswechseln gekommen. Als es die letzten 5 Runden noch zu einem Sturz kam, dem ich glücklicherweise ausweichen konnte, ging gegen Ende die Post ab. Es setzten sich 4 Läufer vom Feld ab, zu denen auch ich gehörte und wir konnten schließlich sicher in das Finale einziehen. Die Zeit von 7:58,77min und Platz 3 reichten hierfür. Der 5te Läufer in unserem Rennen kam schließlich auch noch über die Zeitregelung weiter.

04.03.2017: Der Tag vor dem Finale
Wichtig ist es an diesem Tag, sich wieder locker zu fühlen und die Motivation für das Finale zu holen. Mit meinem Trainer Eckhardt Sperlich habe ich die Taktikoptionen für das Finale besprochen. Ein 10km Dauerlauf lockerte meine Beine und die Silber Medaille von Konstanze Klosterhalfen, die ich live in der Halle verfolgte, motivierte mich für mein Rennen.

05.03.2017: 3.000m Belgrad – Finale Hallen- EM Bronze
Mit Medaillenambitionen nach Serbien gereist, war es auch mein Anspruch meine Fähigkeiten abzurufen und zu zeigen, dass ich immer ein Kandidat für das Treppchen bin.
Der Lauf war schließlich ähnlich den Deutschen Meisterschaften. Anfangs hielt ich mich bewusst im hinteren Teil des Feldes und konzentrierte mich auf meine Konkurrenz. So wartete ich ab, ob bereits früh im Rennen jemand einen Angriff starten würde, was jedoch nicht unbedingt geschah. Wie in Leipzig ging ich kurz vor dem letzten Kilometer nach vorne und versuchte meine Position nicht mehr abzugeben. Der Vorteil beim vorne Laufen ist, dass man dem Gedränge im Feld aus dem Weg gehen und „sein Ding“ durchziehen kann. Im Gegensatz zu draußen ist in der Hallen auch kein Gegenwind spürbar und auf der kleinen und engen Hallen-Runde ist es schwieriger zu überholen.
Bis zur letzten Runde konnte ich alle Angriffe abwehren, musste dann aber den späteren Europameister Adel Mechaal und Henrik Ingebrigtsen vorbeiziehen lassen. Ich legte nochmal alles in meinen Spurt und ließ mich nicht abhängen und sicherte mir damit meine zweite Bronzemedaille bei Europameisterschaften in 8:01,01. Der letzte km in 2:26min zeigt, dass sich das Schnelligkeits- und Krafttraining gelohnt hat und trotz des Grundlagentrainings im Winter meine Geschwindigkeit nicht darunter gelitten hat. Die Medaille bedeutet mir wirklich sehr viel. Die Ehrenrunde und die Siegerehrung geben mir Kraft auch die nächsten Ziele für die Bahnsaison anzupacken.

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