Deutscher Meister, Nominierung für EM und Olympische Spiele

Es ist geschafft!

Da ist das Ding, bzw. die Goldmedaille über 5.000m. Der Meistertitel war so wichtig für mich, da dies gleichzeitig die Nominierung für die Europameisterschaften (Amsterdam) und die Olympischen Spiele (Rio de Janeiro) bedeutet hat. Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung, der sich in den letzten Jahren immer realistischer gestaltet hat. Schon seit der Jugend trainiere ich für diesen Start bei den Olympischen Spielen und ich hatte dabei immer das Ziel 2016 im Kopf. Daher ist es so wichtig eine langfristige Planung in sein Trainingssystem zu integrieren, um im entscheidenden Jahr da zu sein, wo man hin will.


19.06.2016 Deutsche Meisterschaft in Kassel

Der Gewinn über 5.000m in Kassel war gleichbedeutend mein Hattrick über diese Strecke, was gleichzeitig auch meine Konstanz in den letzten drei Jahren zeigt.

Der Rennverlauf entwickelte sich wie bei vielen Meisterschaftsrennen zunächst einmal sehr ruhig. So wurden die ersten 3km in 8:42min passiert (2:51, 3:00, 2:51), was einer Endzeit von 14:20-30min entspricht, wenn wir so weitergelaufen wären. Für mich war aber klar, dass ich schon vor der letzten Runde das Tempo anziehen und es nicht auf einen Endspurt ankommen lassen wollte. Außerdem war diese Vorgabe ein guter Test für die EM, um herauszufinden, was ich im Endspurt leisten kann. So habe ich vier Runden vor Schluss das Tempo erhöht und eine 62,9sek hingelegt. Mein Teamkollege Martin Sperlich ging, wie erwartet, noch einmal nach vorne und packte seinerseits eine 63,5sek drauf. Nun lag es an mir die Initiative zu ergreifen, um mich frühzeitig vom Feld abzusetzen. Die vorletzte Runde lief ich in genau 60sek, bevor ich auf den letzten 400m noch 55,8sek spurten konnte. Mit einer Endzeit von 13:51,88min war ich somit zufrieden und auch mein Teamkollege Martin Sperlich und unser Bielefelder Freund Amanal Petros blieben mit 13:56 und 13:58min noch unter der 14 min Marke.

Anschließend wurde es hektischer als während des Wettkampfes. Erst erfolgte eine Laktatabnahme. (Für Interessierte, 10L nach 4min / 12L nach 6min / 13L nach 10min - eigentlich senkt sich der Wert nach 10min, da ich aber nur rumstehen konnte anstatt locker zu traben, schießt das Laktat immer noch nach). Zu hoch war dieser Wert nach einem Wettkampf mit Endbeschleunigung jedenfalls nicht. Danach kam die Siegerehrung dran, durchgeführt von Harald Norpoth (Olympia Silbermedaillengewinner von 1964). Anschließend signierte ich gerne T-Shirts und Zeitschriften von zahlreichen jungen Leichtathletikinteressenten, gab Interviews, und es wurden noch Fotos für die kommende EM und Olympischen Spiele für DLV Broschüre geschossen. Zuletzt gab es noch eine Dopingkontrolle (inkl. Blutabnahme), dann konnte ich endlich etwas Auslaufen und duschen.

Es war dennoch schade, dass die Sendezeit bei ARD sofort nach meinem Rennen endete, denn ich hätte mich gerne noch vor der TV Kamera bei meinen Förderern der letzten Jahre bedankt.

Schon war es 20:30 Uhr und es ging wieder Richtung Bodensee, denn am Montag um 10 Uhr hieß es wieder meinem zweiten Beruf als Controller bei der Rolls-Royce Power Systems nachgehen, meinem Arbeitgeber, dem ich für die sportliche Unterstützung sehr dankbar bin.

--> Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft


--> Zielsprint vom Lauf


Europameisterschaften in Amsterdam

Wie geht es nun weiter nach der DM und wie bereite ich mich auf die EM vor?
Bis zur EM werde ich keine Wettkämpfe mehr bestreiten, denn mir ist es wichtig nochmal ordentlich zu trainieren. Durch die vielen Wettkämpfe zu Beginn der Saison freue ich mich jetzt auf eine ruhigere Vorbereitung.

Das Ziel, welches ich mir für die EM stecke ist sehr hoch gegriffen, zumal ich die Konkurrenz in diesem Jahr deutlich höher sehe als noch vor 2 Jahren in Zürich, als ich bei der EM den 4. Platz erlaufen habe. Aber ohne Ziele, kein Ergebnis. So werde ich alles geben um am 10. Juli eine Medaille zu erkämpfen.